70.3 Europameisterschaft in Helsingør

Am Renntag der EM in Helsingør war es genau ein Jahr her, seit dem ich meinen ersten Triathlon, damals eine Sprintdistanz in Erding absolviert hatte. Und nun, 12 Monate später war ich teil der diesjährigen Ironman 70.3 Europameisterschaft in Dänemark. Da ich ja meinen ersten Saisonhöhepunkt, den Ironman 70.3 in Sankt Pölten krankheitsbedingt absagen musste, hatte ich mir für das Rennen im hohen Norden einiges vorgenommen.

Bereits Donnerstag, also drei Tage vor dem Rennen machten mein Bruder und ich uns mit dem Auto auf den Weg Richtung Dänemark. Vom tiefsten Bayern hinauf in den Norden, samt Fähre und unzähligen Kilometern. Nach der 14 stündigen langen Anreise hatten wir es dann auch geschafft und konnten unser kleines, schickes Ferienhaus in der wunderschönen Gegend beziehen. Gut erholt und ausgeruht stand am Freitag bereits die Registrierung und Abholung der Startunterlagen an.

Neben ein paar letzten Trainingseinheiten auf dem Rad und in den Laufschuhen stand nicht mehr viel an und die Zeit bis zum Rennen verging relativ schnell. Sonntag Morgen war es dann auch endlich soweit. Gegen 6.30 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Helsingør zum Schwimmstart. Ein letztes mal in die Wechselzone, um das Rad zu checken, die Getränkeflaschen zu verteilen und die Wechselbeutel abschließend zu befüllen. Auf ein längeres Einschwimmen habe ich verzichtet, da die Wassertemperatur von nur 15 Grad alles andere als einladend war 😉

Nachdem der Profistart pünktlich um 8.00 Uhr erfolgte, durften wir Age-Grouper zehn Minuten später loslegen und den 1,9 km langen Zick-Zack Kurs im Hafen bewältigen. Der anfängliche Respekt vor der Kälte im Wasser verflog schnell. Der Körper und Geist schaltete rasch auf Rennmodus, sodass ich mich schnell an die Temperaturen gewöhnt hatte. Der Schwimmkurs selbst war im Prinzip leichter zu schwimmen als vorher angenommen. Die Bojen waren gut gesetzt und durch das friedliche Gewässer immer gut sichtbar. Kaum „Prügeleien“ und meistens ausreichend Platz sorgten dafür, dass ich mich durchweg wohl fühlte. Schlussendlich war ich mit meiner Schwimmzeit von so ziemlich genau 33 Minuten durchaus zufrieden und konnte mich zum Vorjahr gute 4 Minuten auf dieser Distanz verbessern doch bin ich auch heute, 2 Wochen danach noch der Meinung, dass auch aufgrund meiner bisherigen Trainingsergebnisse durchaus noch 1 bis 1:30 Minuten schneller hätte sein können, nein eigentlich müssen.

Nachdem der 1. Wechsel recht flüssig vonstatten ging und ich auch dort endlich mal souverän alles abspulen konnte, ging es mit dem Rad auf den 90 Kilometer langen Rundkurs quer durch die Prärie. So gut alles bisher funktioniert hatte, umso brenzliger wurde es nun für kurze Zeit. Leider hatte mein Wattmesser an diesem Tag kein Bedürfnis mich in diesem Rennen zu unterstützen, und da ich in Rennen prinzipiell keinen Pulsgurt trage, musste ich die Radrunde komplett nach Gefühl und ohne meine Wattvorgaben fahren. Eigentlich erschreckend wie abhängig man von diesem technischen Schnickschnack ist aber schon nach ein paar Hundert Metern hatte ich mich mit der Situation arrangiert und war gewollt das Beste daraus zu machen. Da ich dieses Jahr auch schon für mehrere tausend Kilometer im Sattel gesessen bin, sollte es auch ohne Wattmesser und Co. möglich sein auf mein Körpergefühl zu hören, weder zu überpacen oder unter eigenen Möglichkeiten zu fahren.

So stand am Ende eine Radzeit von 2:23 Std. zu Buche, fühlte mich durchgehend gut und konnte während der Runde so einige Athleten einsammeln. Auch mein neues Ernährungskonzept, welches ich gemeinsam mit Caroline Rauscher ausgetüfftelt habe funktionierte einwandfrei und gab mir die nötige Energie über die Dauer des Radparts.

Am Ende stieg ich mit einem guten Gefühl von meinem Zeitfahrrad, um den abschließenden Halbmarathon in Angriff zu nehmen. Auch der 2. Wechsel gelang mir pannenfrei und einem guten Lauf über die 3,5 Runden an der Burg vorbei, durch den Hafen und der Innstadt stand nichts mehr im Wege. Die ersten 7 Kilometer funktionierte dies ganz gut, doch dann musste ich doch einiges an Tribut zollen und wahrscheinlich war es ein Mix der schnellen Radzeit, ein kleiner Ernährungsfehler beim Laufen und die Mittagshitze, der mit ein wenig den Stecker gezogen hatte. Zwar bin ich nicht komplett explodiert, doch war ich nicht mehr wirklich dazu imstande die nötige Power „draufzupacken“, um das Ding ordentlich nach Hause zu laufen. Eine Halbmarathonzeit von 1:42 bei der Mitteldistanz ist alles andere als zufriedenstellend und dann doch deutlich an dem vorbeigeschrammt was ich mir vorgenommen bzw. mit meinem Coach „geplant“ hatte.

Naja, man kann nicht alles haben und so bleibt genügend Verbesserungspotenzial für die kommenden Monate bestehen. Ich kann heute eigentlich gar nicht sagen, inwieweit ich mich auf dieser Distanz gegenüber dem Vorjahr verbessern wollte. Zeitlich gesehen. Dass ich dann mit einer Zeit von 4:47 Std. finishte und mich im Vergleich zu Paguera und Zell am See im vergangenen Jahr um gut 40 Minuten verbessern konnte ist natürlich schon ein Brett und stimmt mich mehr als glücklich. Auch sehe ich, dass ich mit meinem Coach Lubos absolut auf dem richtigen Weg bin, sich kontinuierliche Arbeit, hartes, aber strukturiertes Training und eine große Portion an Geduld bedarf, um sich weiter zu verbessern und schneller zu werden. Hinzu kommt, dass ich seit Oktober 2016 und trotz gesteigerter Trainingsumfänge keinerlei Verletzungen oder orthopädische Probleme hatte. Zwar kann es mir mit den Fortschritten oftmals nicht schnell genug gehen aber der bisherige Verlauf in meiner erst zweiten Triathlonsaison zeigt mir, dass ich absolut im Soll bin und es keinen Grund gibt nervös zu werden.

Auch der Rückhalt durch Familie und Partnerin, die Zufriedenheit in meinem Job bzw. mit meinem Unternehmen ist eine enorm wichtiger Bestandteil, den man nicht unterschätzen sollte. So bin ich ausgeglichen, bereit für neue Ziele und weitere, tolle Rennen wie diesem hier.

 

 

 

 

 

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