IRONMAN 70.3 Zell am See – eine gelungene Premiere!

Done! So ziemlich 1 Jahr ist es nun her, seitdem ich damals die Ironman 70.3 Weltmeisterschaft 2015 in Zell am See live vom Streckenrand aus verfolgen konnte. „Damals“ habe ich mir vorgenommen, dass ich kommendes Jahr wiederkomme, nicht als Zuschauer, sondern als Athlet. Gesagt, getan!

Nun war es so weit. Nachdem ich in den letzten Monaten schon Wettkampfluft auf den kürzeren Distanzen sammeln konnte, stand nun meine Premieren auf der 70.3 Distanz (1,9km Schwimmen, 90km Radfahren, 21,1km Laufen) an. Mein selbst ausgerufenes Jahreshighlight. Meine Krönung für die vielen Trainingskilometer, unzählige Stunden im Wasser, auf dem Rad oder in den Laufschuhen.

Soviel vorweg, trotz enormer Hitze am Renntag konnte ich den Ironman 70.3 in Zell am See ohne größere Probleme finishen und in meinen Augen ein recht passables Ergebnis „feiern“. Doch eins nach dem anderen. 😉 Gemeinsam mit meinem Bruder reiste ich bereits Donnerstag an. Unsere Unterkunft, ein schönes Hotel mit kleinem Außenpool ca. 500 Meter vom Schwimmstart und der Wechselzone entfernt. Außer dem ein oder anderen Triathleten weilte noch der Schweizer Profi Manuel Küng in unserer auserwählten Bleibe.

Da ich die Region und Zell am See selbst schon aus vergangenen Jahren recht gut kannte, brauchte es keine große Eingewöhnungszeit mehr. Trainingstechnisch habe ich Donnerstag noch einen lockeren Lauf entlang des Sees absolviert und ansonsten einfach nur entspannt und die gute, österreichische Luft genossen.

Tags darauf konnte man sich bereits ab 9 Uhr registrieren lassen, seine Startunterlagen und alles was dazu gehört abholen und auf der Expo bereits ein wenig „Ironman Luft“ schnuppern. Glück hatten wir natürlich, dass das Wetter während unserem ganzen Aufenthalts stabil, sonnig und sehr sommerlich war. So machte ich mich nachmittags noch auf eine 40 Kilometer Radrunde Richtung Kaprun und Mittersill auf. Meine Beine fühlten sich da schon recht gut an, die Vorfreude stieg stetig und auch der Hobel schien keinerlei Probleme zu machen.

Samstag, die Uhr tickte und tickte. Immer mehr Triathleten wurden gesichtet, die Stadt wurde voller, das Wetter noch heißer. :-) Auf dem Plan standen „Racebriefing“ im Ferry-Porsche-Zentrum, Bike Check-In sowie ein erstes und letztes „Testschwimmen“ auf der Wettkampfstrecke. Und die, ich bin ja zuvor noch nie im Zeller See geschwommen, ist schon was ganz Feines. Herrliches Wasser, von der Temperatur mit ca. 20°Grad sehr angenehm und die Berge um einen rum sind schon zum „Zunge schnalzen“. So bin ich dann gut 1,5km von den 1,9km Rennstrecke abgeschwommen und war guter Dinge für den kommenden Renntag.

Der dann endlich gekommen war. Auf den Tag hatte ich mich so lange vorbereitet, unglaublich darauf gefreut und jede Menge Leidenschaft und Energie gesteckt. Die Aufregung hielt sich in Grenzen und war überschaubar. Ich wusste, dass ich gut trainiert habe und super vorbereitet war. Überwältigend fand ich jedoch den Anblick von gut 2500 Startern samt Anhang und vielen Zuschauern entlang des Sees und der Wechselzone. Schon Wahnsinn, welch Wellen solch ein Event schlägt. Richtig gefreut habe ich mich noch, dass ich den Tim, die Anke und den Mathias, die auch an diesem Tag an den Start gingen noch getroffen habe. Zufällig wohlbemerkt, Wahnsinn.

So, nun genug Vorgeplänkelt, via Rolling-Start ging es ab ins Wasser, ca. 950 Meter Richtung Stadtzentrum, kleiner Wendeabschnitt und noch mal die gleiche Distanz zurück. 34-35 Minuten hatte ich im Vorfeld anvisiert, 36 sind es „leider“ geworden, aber nach 10 Monaten Kraulschwimmen sowieso ein Luxusproblem meiner Meinung nach.  Die Trainingsleistungen werden stetig besser und auch im Vergleich zum Chiemsee-Triathlon von vor 2 Monaten konnte ich mich nochmal steigern.

Rein in die Wechselzone, ein paar Minuten später rauf auf das Rad und los ging die Reise auf die 90 km Strecke mit ca. 1200 Höhenmetern. Wer die Radstrecke des Ironman 70.3 Zell am See kennt, der weiß, dass besagte Höhenmeter eigentlich alle an einem Stück zu bewältigen sind.  Die ersten 20 Kilometer fühlten sich wunderbar, locker und angenehm an. Die Geschwindigkeit stimmte und ich konnte mich bereits Mental auf den langen Anstieg zum Hochkönig rauf vorbereiten :-) Da ich die Strecke im Juli bereits einmal abgefahren bin, wusste ich ja bereits was mich erwartet. 15 Kilometer lang bergauf hieß die Devise. Relativ problemlos, da ich Höhenmeter ja auch von genügend von zuhause aus kenne bin ich die Bergpassagen hinauf, hab mich im Nachhinein aber darüber geärgert, das Ganze vielleicht etwas zu defensiv und locker angegangen zu sein. Schlussendlich habe ich dort einfach zu viel Zeit liegen gelassen. Vielleicht war der Respekt vor einem „Einbruch“ einfach zu groß, ich weiß es nicht. Nachdem man den berühmten Filzensattel, den höchsten Punkt der Strecke passiert hatte, ging es zuerst noch auf ein paar rasante Abfahrten, bevor die letzten 50 Kilometer, die relativ flach waren in Angriff genommen werden konnten. Trotz der Hitze die ich persönlich ab Kilometer 75-80 dann auch immer wieder gespürt habe, bin ich den anspruchsvollen Kurs relativ gut durchgekommen und stieg nach 2 Stunden 50 Minuten vom Rad, um mich auf den noch anstehenden Halbmarathon zu machen.

Und es wurde hart, sehr hart. :-) In praller Sonne, am See entlang, inkl. Höhenmeter galt es nochmal 21,1 km „Gas zu geben“. Wenn ich jetzt die Ergebnislisten so durchgehe und sehe, dass selbst der Gesamtsieger Marino Vanhoenacker eine 1:23 gelaufen ist, einige der TOP 30 Athleten länger als 1:30 Std. gebraucht haben, dann beruhigt mich meine 1:49 ja dann doch. :-) Die ersten 11km taten richtig weh und ich muss gestehen, während dieser Zeit habe ich mich oft hinterfragt, was ich hier eigentlich tue. 😉 Runde 2, die letzten 10 Kilometer sozusagen „liefen“ mental zwar besser, aber von einem Tempo, dass ich normalerweise laufen kann noch weit entfernt. So war man eigentlich alle 2,5km nur damit beschäftigt, ausreichend zu trinken, Energie zu tanken und mit den wassergetränkten Schwämmen seinen Körper „herunterzukühlen“. Dabei ein großes Dankeschön an die vielen fleißigen Helfer an der Strecke. Tolle Arbeit leistet ihr da, hattet immer gute Laune und jederzeit aufmunternde Worte für die Athleten parat – einfach toll!

Auf dem letzten Kilometer dann war es auch bei mir dann pure Freude. Freude über das Erreichte, Freude über das Finish, Freude auf mehr von dem geilen Gefühl. Wie schon auf dem Rad und in Laufrunde 1 konnte ich meine Eltern, sowie meinen Bruder noch kurz erspähen und war dann auch schon auf dem Teppich Richtung Ziel. Zwischen zig Zuschauern, die einem zujubelten, unzählige Hände zum abklatschen, die einem entgegenstreckten ging es die letzten Meter hindurch ins Ziel. Mit einer Zielzeit von 5:25 Std. (vorgenommen hatte ich mir zwar etwas Anderes, aber eben schnell bemerkt, dass dabei so viele Faktoren eine Rolle spielen, die nicht planbar sind). Altersklassenplatz 52 von ca. 280 und Gesamtrang 331 von ca. 2400 Startern stehen am Ende zu Buche und runden meinen ersten Ironman 70.3 ab.

Zieleinlauf

Was vielleicht oft zu kurz kommt, aber woran ich immer denke, sind die Menschen, die mich in all der Zeit unterstützt haben, dies heute noch tun und auch in der Zukunft noch machen werden. So muss ich gerade meiner Familie für die regelmäßigen Begleitungen zu den Wettkämpfen und den tollen Support danken. ASICS für die vielfältige und tolle Ausrüstung das ganze Jahr über. Sponser Sport Food für meine optimale Trainings- und Wettkampfernährung. Meiner Trainerin Anke für die tolle Betreuung in den letzten Monaten. Der Physiotherapiepraxis „G’sund“ für die guten Behandlungen, falls es mal gezwickt hat bei mir. Meinen Mitarbeitern, die sich oftmals meine Geschichten rund um den Triathlon anhören müssen und all den Freunden, Bekannten und Leuten, die mir die Tage vor und nach dem Wettkampf liebe, nette und tolle Nachrichten haben zukommen lassen. Herzlichen Dank euch allen!

So und bevor mir noch mehr einfällt, höre ich nun wieder auf, denn das Training ruft. Das Jahr ist nämlich noch nicht rum. Anfang des Jahres war ich im Trainingslager in Spanien, zum Ende hin wollte ich dort nochmals mein Zelt aufschlagen. Nein, nicht zum Trainieren, sondern zum „racen“! Am 15.10. werden die Beine nochmal in die Hand genommen und bei der Challange Peguera-Mallorca ein würdiger Saisonausklang über die Halbdistanz gefeiert.

Bis dahin, euer Flo 😉

Finish Zell am See

 

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

6 thoughts on “IRONMAN 70.3 Zell am See – eine gelungene Premiere!

  • 7. September 2016 at 19:15
    Permalink

    Was für ein geniales Ergebnis! Auch wenn es nicht ganz so lief, wie erhofft. Dennoch, darauf kannst so richtig stolz sein. Herzlichen Glückwunsch auch hier noch einmal.

    Es muss eine wirklich tolle Veranstaltung sein, was ich bis jetzt über die Jahre mitbekam. Irgendwann stehe ich dort hoffentlich auch an der Startlinie.

    Dann regeneriere mal weiter gut und viel Spaß bei den Einheiten für die Challenge, die ebenso großartig sein soll. Bin gespannt, wie es dort so läuft.

    Reply
    • 7. September 2016 at 19:18
      Permalink

      Danke Din, ich war relativ schnell wieder auf dem Damm und seit dem Wochenende auch schon wieder am Trainieren 😉 Freu mich schon riesig auf die Challange.

      Reply
  • 7. September 2016 at 20:25
    Permalink

    Klasse Leistung Flo. Schade das wir uns verpasst haben. Viel Spaß beim Saison Ausklang auf Malle!

    Reply
    • 7. September 2016 at 20:31
      Permalink

      Danke Olli, vielleicht ergibt sich kommendes Jahr mal etwas 😉 Würde mich freuen!

      Reply
  • 7. September 2016 at 20:54
    Permalink

    Ein toller Artikel und eine noch tollere Leistung :-) Als ich dein Ergebnis erfahren habe, war ich sprachlos. Ganz großer Triathlonsport!

    Reply
    • 11. September 2016 at 12:30
      Permalink

      Lieben Dank Anke, freut mich dass er dir gefallen hat 😉

      Reply

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

%d Bloggern gefällt das: