IRONMAN 70.3 Zell am See

Vergangenes Jahr habe ich in Zell am See meine Premiere auf der Mitteldistanz gefeiert. Dieses Jahr wollte ich mein Ergebnis von 2016 natürlich toppen und nach Möglichkeit mich sogar für die WM 2018 qualifizieren. Das dies kein leichtes Unterfangen werden würde verriet bereits ein Blick auf die volle Startliste für den Ironman 70.3 Zell am See. Egal ob bei den Profis oder bei uns, den Altersklassenathleten – es war ein starkes Starterfeld, das eher einer Europameisterschaft ähnelte.

Sonntag war Renntag – Anreise am Freitag. Gemeinsam mit meiner Freundin und Bruder bewohnten wir ein tolles Appartement auf der Schmittenhöhe, um uns auf die letzten Tage und Stunden vor dem Rennen perfekt einstimmen zu können. Die Zeit verging im Flug und nach den letzten Trainingseinheiten war der große Tag sehr schnell gekommen. Der Start war Athleten- und Zuschauerfreundlich um 11.00 Uhr vormittags und auch das sommerliche Wetter spielte allen Beteiligten in die Karten. Rankings zufolge ist der Ironman im Salzburger Land unter den Top-5 beliebtesten in ganz Europa. Mit knapp 2500 Triathleten war das Rennen bereits Wochen zuvor ausverkauft.

Das regelmäßige Schwimmtraining hat sich ausgezahlt. Eingereiht in der der 2.Startwelle (30 bis 35 Minuten Schwimmzeit) wartete ich auf den Startschuss, um die 1,9km im Zeller See bewältigen zu können. Schnell fand ich meinen Rhythmus, konnte größtenteils ohne große Auseinandersetzungen schwimmen und nach knapp 32 Minuten den See verlassen. Gute 5 Minuten schneller als im Vorjahr! Für mich als „Nichtschwimmer“ grandios und ein guter Start ins Renngeschehen 😉

Nach einem soliden Wechsel machte ich mich auf die 90km Radrunde inkl. 1000 Höhenmetern. Schnell konnte ich Plätze zu schnelleren Schwimmern gut machen und mich im Feld weiter nach vorne arbeiten. Die ersten Kilometer verliefen größtenteils flach, so dass man es schön rollen lassen konnte. 20km später wartete der gefürchtete Anstieg auf den Hochkönig. Ich wusste was mich erwarten wird, ging die Sache also relativ entspannt an. Das tägliche Training hier in meiner Heimat ist mit Höhenmetern gespickt und die Erfahrung mit fiesen Anstiegen also vorhanden. Die Wattzahlen und die eigenen Fähigkeiten stets im Blick ging es Meter für Meter den Berg hinauf. Ziel der Tortour war der Filzensattel. Mit 1280 Metern der höchste Punkt der Strecke.

Nach der technisch anspruchsvollen, aber unglaublich coolen Abfahrt durften wir noch gut 50 flache Kilometer Gas geben. Der Großteil der Athleten fair, doch wie vielerorts anders gab es auch hier einige schwarze Schafe. Eigene Regelauslegungen inklusive. Schade, denn solche Unsportlichkeiten wie bewusstes Windschattenfahren sind ein absolutes Tabu und Unverschämtheit gegenüber den anderen Sportlern. Nachdem ich die ein oder andere „Reisegruppe“ gesprengt hatte, ging es auf den Rückweg von Kaprun Richtung Zell, um dort den abschließenden Halbmarathon in Angriff zu nehmen. Mit meiner Radzeit von 2:35 Std. war ich zufrieden, aber nicht vollends glücklich. Eine 2:30 wäre durchaus machbar gewesen. Dennoch, auch hier gab es eine Verbesserung um ca. 15 Minuten gegenüber dem Vorjahr 😉

Auch der 2. Wechsel sollte mir dieses Mal gelingen, so dass ich relativ schnell in meinen Laufschuhen steckte und bereit war, das Letzte Drittel des Rennes zu meistern. Bereits im Vorfeld „warnte“ mich mein Coach vor der deutlich langsameren Laufstrecke in Zell. Mit Vorsicht und genauer Pacingstrategie lief ich das erste Drittel des Halbmarathons zwischen 4:25 & 4:35 pro Kilometer. Hätte ich das Tempo bis zum Schluss halten können, wäre es die gewünschte 1:35 geworden. Hätte, hätte, hätte – kurz gesagt: Ich konnte es nicht bis zum Zieleinlauf halten. Die Strecke ist natürlich schwierig, unrhythmisch und mit knapp 100 Höhenmetern anspruchsvoll, aber die 1:39 Laufzeit war im ersten Moment nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Auf den ersten Blick versteht sich. Der ein oder andere, der in meiner Altersklasse vor mir platziert war, „lieferte“ langsamere Laufzeiten, so dass ich am Ende dann doch nicht sooo unglücklich über Leistung war. Auch die Tatsache, 10 Minuten flotter als 2016 gewesen zu sein, war dann Trost genug.

Alles in allem wurde es ein gutes „Sub5“ Ergebnis. Eine 4:55 stand am Ende auf der Uhr (Zeit 2016: 5:25 Std.). Das reichte zu Platz 32 in meiner Altersklasse (von 372 Startern) und Gesamtrang 177 von ca. 2500 Teilnehmern. Bereits im Vorfeld hatte ich mit einem Ticket nach Südafrika geliebäugelt. Nach dem Rennen war mir aber schon fast klar, dass es nicht reichen würde. Auch wenn die diesjährige Finisherzeit im Vorjahr für einen Slot gereicht hätte, wusste ich schon Tage zuvor, dass es wohl eine 4:45 bis 4:50 braucht, um ein Flugticket nach Südafrika buchen zu können. So war es dann auch. Der letzte Slot in meiner Altersklasse ging mit knapp 4:48 Std. über den Tisch. Somit haben mir gut 7 Minuten für die Reise zur 70.3 WM gefehlt. Schade, aber keineswegs eine Schande. Ich selbst muss mich immer wieder daran erinnern, dass es erst meine 2. Triathlon-Saison ist. Die meisten Athleten und gerade die, die sich vor 2 Wochen für Südafrika qualifiziert haben, betreiben diesen Sport weitaus länger als ich. Von dem her alles halb so wild. An diesem Tag hab ich alles gegeben. Mehr war nicht drin. Ende Mai, Anfang Juni 2018 werde ich einen neuen Versuch starten.

Bis dahin werde ich fleißig weitertrainieren, hoffentlich gesund bleiben und weiterhin Spaß am Triathlon behalten 😉

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