Merci Chieming, danke Chiemgau!

Knapp eineinhalb Wochen sind nun seit meinem Debüt über die Kurzdistanz vergangen. Ein paar Tage Zeit, um die Eindrücke vom wundervollen Chiemsee Triathlon sacken zu lassen. Meine Premiere über 1,5 km Schwimmen, 40 km Rad fahren und 10 km laufen. Ich weiß gar nicht wie weit ich ausholen soll, aber eines kann ich bereits im Vorfeld sagen: Es war grandios! Ein super Event, einmalige Strecken, viele nette Helfer und Organisatoren und jede Menge einzigartiger Sportsleute.

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Bereits am Vortag ging es nach Chieming, um die Startunterlagen abzuholen, das Bike einzuchecken und die Wettkampfbesprechung zu verfolgen. Organisatorisch kein Problem, denn mehr als 1 Stunde Autofahrt musste ich nicht zurücklegen. Bereits dort traf ich auf „bekannte“ Gesichter wie Nils Daimer, Julian Erhardt und Malte Bruns, der vergangenes Jahr AK-Weltmeister auf Hawaii geworden ist. Julian und Malte starteten auf der Mitteldistanz, während Nils, so wie ich, die Kurzdistanz in Angriff genommen hat. Dass ihm dann während des Rennens, in Führung liegend, die Kette riss, ist natürlich ziemlich bitter.

Das Einschlafen in der Nacht vor dem Wettkampf stellte kein Problem dar, denn da ich mir den EM-Brüller Kroatien vs. Portugal angesehen habe, ging das von ganz alleine. Recht zeitig machten wir uns am Renntag Richtung Chieming auf, um ca. 2 Stunden vor dem Startschuss auf der Matte zu stehen. Die Wechselbeutel waren befüllt und an ihren vorgesehenen Plätzen aufgehangen, die Reifen aufgepumpt, Helm, Schuhe und Startnummer am Rad platziert und alles so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ruck zuck die „Wettkampftattoos“ angebracht und schleunigst einen optimalen Sichtplatz für den Schwimmstart der Mitteldistanzler ergattert.

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Nach kurzem Einschwimmen und ca. 30 Minuten später hieß es dann für die paar hundert „Kurzdistanzler“ ab ins Wasser und positionieren. Die versammelten Böllerschützen schickten uns mit lautem „Gedöns“ auf die 1,5 km lange Schwimmstrecke. Mit Neo übrigens, denn die Wassertemperatur betrug 21,8° Grad. Einen Ticken wärmer und die Gummipelle hätte im Auto bleiben müssen 😉

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Das Schwimmen verlief für meine Verhältnisse recht gut. Sicherlich gibt es da noch an einigen Schrauben zu drehen aber für das, dass ich vor 9 Monaten das „Kraulen“ noch nicht mal buchstabieren konnte und auch sonst keinerlei „Schwimmhintergrund“ habe, bin ich doch recht zufrieden. Allein mit dem richtigen Einordnen vor dem Schwimmstart (wie jetzt hier beim Massenstart), hätte ich sicherlich einiges an Zeit gut machen können. Vielleicht fehlt dort aber einfach noch die Erfahrung bzw. das korrekte Einschätzen der Fähigkeiten. Meiner Meinung nach hab ich mich im Vorfeld „schlechter“ gemacht, als ich schlussendlich war oder bin. So hat es dann verhältnismäßig viel Zeit in Anspruch genommen, um überhaupt „frei“ Schwimmen zu können.

Im Mittelfeld der schwimmenden Meute konnte ich den schönen Chiemsee verlassen und mich samt wackeligen Beinen auf den Weg zu meinem Bike machen. Den Beutel mit der 627 und mein Rad gleich gefunden und schon ging es weiter auf die 40 km lange Radstrecke durch das Chiemgau. Viele kleine Dörfer wurden passiert und jede Menge gut gelaunter Zuschauer, die teils auf Sofas in ihren Hofeinfahrten den Triathleten zujubelten, erspäht. Unzählige freiwillige Helfer, die an der Strecke „arbeiteten“ und einen solch riesigen Event überhaupt erst möglich machen. Zumindest in meiner näheren Umgebung wurde fair gefahren und so konnte ich nach knapp 1 Stunde 12 Minuten elegant aus den Schuhen schlüpfen und ohne Fauxpas kurz vor der Linie vom Rad „springen“.

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Rein in die Wechselzone, kurze Verabschiedung vom Rad und ab Richtung Wechselzelt. Zack, Zack (wobei, das geht in Zukunft bestimmt noch schneller) Laufsocken an, rein in die ASICS, Stirnband um die Birne, Sonnenbrille „on the top“ und samt 2 Gels rauf auf die Laufstrecke.

Foto: Tri Your Life
Foto: Tri Your Life

2 Runden a 5 km galt es zu „rennen“. Überrascht,wie gut es doch noch ging, konnte ich über die gesamte Dauer der 10 km das Tempo halten und nach und nach den ein oder anderen Athleten einsammeln. Überholt hat mich beim Laufen nur „Spezl“ Björn, der in der Gesamtwertung ziemlich weit vorne gelandet ist und mitten in der Kona-Vorbereitung steckt und der spätere Mitteldistanzsieger Thomas Steger, der seine Runden recht flott abgespult hat. Wie schon beim Radfahren, auch hier wieder jede Menge Zuschauer an der Strecke. Viel Zuspruch und unglaublich viele, aufmunternde Anfeuerungen pushen einen ungemein. Kann man sich oftmals gar nicht vorstellen, was solch ein „kleiner“ Faktor bewirkt. Zieleinlauf, grandios, gut aufgezogen, mit super Moderator, Fotografen und Cheerleadern. So war meine erste „Olympische Distanz“ und mein 2. Triathlon überhaupt nach 2 Stunden 33 Minuten passé. Ein 16. Platz in meiner Altersklasse und eine Gesamtplatzierung im ersten Drittel des Gesamtfeldes stimmen mich positiv für die Zukunft und sehen wir weiter, was noch alles folgen wird.

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Doch eines weiß ich bereits heute: Diese unglaublich faszinierende Sportart macht Bock auf mehr. SWIM | BIKE | RUN. Schwer zu beschreiben, man muss es einfach gemacht haben. Mitte Juli geht es weiter: Dann geht die Reise nach Grassau. Das nächste Rennen, die nächste Faszination Triathlon.

In diesem Sinne, MERCI CHIEMING, DANKE CHIEMGAU!

 

4 thoughts on “Merci Chieming, danke Chiemgau!

  • 6. Juli 2016 at 21:16
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    Glückwunsch zu deinem Finish und danke für deinen Bericht. Dieser Triathlon steht für mich auch noch auf der Liste. Schon zweimal dran vorbei gefahren und damit geliebäugelt da mitzumachen. Ist ja leider etwas entfernt von Berlin. LG Miele

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    • 6. Juli 2016 at 23:21
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      Lohnt sich wirklich Miele! Verbinde das doch mit einem schönen Urlaub dort. Tolle Gegend, super Menschen und viel zu sehen 😉
      Grüße Flo

      Reply
  • 7. Juli 2016 at 8:04
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    Glückwunsch zum Finish! Wie hast du dein anfängliches Problem mit dem Kraulen im Training besser in den Griff bekommen? Ich habe noch große Defizite beim Schwimmen und schwimme die meiste Zeit Brust. Mittelfristig möchte ich es natürlich auch kraulend schaffen.

    VG Kevin

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    • 7. Juli 2016 at 8:49
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      Such dir am besten einen Trainer Kevin, mache einen Kraulkurs für Erwachsene und übe übe übe 😉 Und bringe geduld mit 😀

      Grüße Flo

      Reply

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